
Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich! - Wirklich alle?
- Politische Erklärung des Christopher Street Day Würzburg 2010 -
Aufruf für eine völlige rechtliche Gleichstellung und gegen Intoleranz. Unsere Gesetze müssen endlich auch Homosexuellen die gleichen Rechte und den Schutz vor Diskriminierung zusichern!
Die Toleranz Fabrik e.V. als Veranstalter des Christopher Street Day (CSD) in Würzburg hat sich in diesem Jahr die Forderung nach völliger rechtlicher Gleichstellung von Homosexuellen auf die Fahnen geschrieben. Der CSD wird daher ganz unter dem politischen Motto „Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich! - Wirklich alle?" stehen.
Treffend einfach und selbstverständlich klingt diese rechtliche Gleichstellung im Artikel 7 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Die Realität spricht aber leider oft eine andere Sprache, denn noch immer sind ängstliche oder gar feindselige Einstellungen gegenüber Homosexuellen bittere Wahrheit. Trotz Eingetragener Lebensgemeinschaften, Homosexuellen in hohen öffentlichen Ämtern und einer breiten gesellschaftlichen Diskussion sehen sich Schwule und Lesben immer wieder mit brutaler Diskriminierung und Homophobie konfrontiert.
Auch Gesetze und Urteile allein können solche gesellschaftlichen Einstellungen nicht ändern; positiv beeinflussen können sie diese aber allemal. Die Toleranz Fabrik e.V. fordert daher mit dem Würzburger CSD die völlige rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen.
Gleichgeschlechtliche Paare und Familien müssen endlich mit der Ehe gleichgestellt und vor Diskriminierung geschützt werden. Die Einführung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft im Jahr 2001 kann lediglich als logischer Anfang gesehen werden. Denn für das Fortbestehen dieses verfassungswidrigen Zustands kann es in unserem Rechtsstaat keinen Grund geben. Weshalb sollen Menschen, die bereit sind für einander einzustehen und gemeinsam etwas aufbauen wollen, weiterhin genau hierfür bestraft werden?
Auch das Bundesverfassungsgericht machte mit seinem Beschluss (1 BvR 1164/07) vom 07.07.2009 deutlich, dass die Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren mit der Ehe unbedingt notwendig ist.
Aktueller denn je ist daher auch die Forderung nach einer Erweiterung des Gleichheitsartikels Artikel 3 Grundgesetz. In Zukunft muss es dort heißen: Niemand darf wegen seiner sexuellen Identität benachteiligt oder bevorzugt werden.
Deutschland kann sich weiterhin nur glaubwürdig als offener, zukunftsorientierter und toleranter Staat verstehen, wenn die Gleichstellung Homosexueller vorangetrieben wird. Hierzu müssen Homosexuelle verfassungsrechtlich umfassend vor Diskriminierung geschützt werden. Nur so kann es in Deutschland künftig heißen: „Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich!".
Die Toleranz Fabrik e.V. lädt daher zum CSD 2010 nach Würzburg ein.
Am Freitag, den 30.07.2010 um 19:30 beginnt der CSD mit der politischen Eröffnung im Rathaus Würzburg, Rückermainstraße 2.
Am Samstag, den 31.07.2010 findet ab 14 Uhr das Straßenfest auf dem Unteren Markt in Würzburg statt. Von dort aus startet um 15 Uhr der Demozug durch die Innenstadt.
Stand: 16.03.2010
Schirmherrschaft
Grußworte
















